Eine neue Hochdruckpumpe kaufen – So machen Sie es richtig!

Wer zum ersten Mal nach einer Hochdruckpumpe für seine Wasserstrahlschneide-Anlage Ausschau hält, ist oft von dem breiten Angebot an hochwertigen Geräten überfordert. Pumpen mit der Leistung zwischen 50 und 200 PS, die Drucke ab ca. 3500 bar bis hin zu den starken 6200 bar an den Tag legen, lassen keine Wünsche offen. Doch welche Pumpe passt exakt zu den Aufgaben, die eine konkrete Wasserstrahlschneide-Anlage zu meistern hat? Nicht immer ist die stärkste Pumpe ein Muss, aber in jedem Fall müssen folgende Aspekte berücksichtigt werden.

Je mehr Leistung, desto mehr Wasserdüsen möglich

So lautet die Faustregel beim Kauf einer neuen Pumpe, denn mehr PS befördern auch mehr Wasser bzw. Wasser-Abrasiv-Mischung durch die Düse. Eine Hochdruckpumpe mit der Leistung unter 50 PS kann mehrere Düsen beim Reinwasserschneiden bedienen. Geht es um Abrasiv-Schneiden, dann reicht eine solche Pumpe lediglich für einen Schneidkopf. Für den Prototypenbau ist eine 50 PS-Pumpe meist ausreichend. Eine Pumpe mit der Leistung zwischen 50 und 100 PS kann problemlos zwei Abrasiv-Schneidköpfe bedienen. Wenn die Wasserstrahlschneide-Anlage mit vier und mehr Düsen ausgestattet ist, soll auch die Pumpe entsprechend stark sein und mehr als 100 PS „auf die Waage bringen“.

Druckleistung: Je höher, desto schneller

Von dem Druck, mit dem der Wasserstrahl auf das Material einwirkt, hängt die Schnittgeschwindigkeit ab. So steigt die Geschwindigkeit beim Schneiden mit 6200 bar im Vergleich zum Schneiden bei 4000 bar um ca. 50%. Übrigens steigt mit dem höheren Druck auch die Qualität der Bearbeitung und gleichzeitig sinkt der Verbrauch an Abrasiv-Sand. Daher ist eine relativ teure Hochdruckpumpe mit überdurchschnittlicher Druckleistung meist eine sinnvolle Investition. Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, welche Materialien sich für Reinwasserschneiden eignen. Die Antwort wäre: Lässt sich ein Material mit dem Messer schneiden, ist es fürs Trennen ohne Zusatz von Abrasiv geeignet. Auch dünne Werkstücke können mit purem Wasser geschnitten werden.

Fazit

Die Hersteller empfehlen für Anfänger im Wasserstrahlschneiden und für die Anlagen, die nur schwach ausgelastet sind, Pumpen mit der Leistung von 3800 bar. Als Standard gilt der Druck von 4136 bar, solche Pumpen sind für höhere Ansprüche geeignet. Sind die Anforderungen an die Schnittqualität besonders hoch oder geht es um hohe Materialdicken (z.B. Betonplatten), braucht der Anwender eine Pumpe mit der maximalen Leistung von 6200 bar. Übrigens soll man auch eine Möglichkeit der Vernetzung von Hochdruckpumpen im Auge behalten, die die Kapazität dementsprechend erhöht.